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Artikel Nr.: 3305
Viele Verbraucher wollen umweltfreundlich erzeugten Strom
Berlin, 05.07.2002: Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat das Votum des Bundestages für eine europaweite vollständige Stromkennzeichnung begrüßt. Nach einer Initiative der EU-Kommission soll europaweit eine Pflicht zur Kennzeichnung von Strom gelten."Eine transparente und ehrliche Stromkennzeichnung kann endlich den Wettbewerb auch für private Stromverbraucher in Gang bringen," sagte Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand des vzbv. "Viele Verbraucher wollen umweltfreundlich erzeugten
Physikalisch: Bewegte elektrische Ladungen (Elektrizität) werden als elektrischer S. bezeichnet.Strom; dazu müssen sie ihn aber auch erkennen können."
Nach dem vom Europäischen Parlament übernommenen Kommissionsvorschlag soll die Angabe des Strommixes und der Umweltindikatoren künftig auf der jährlichen Stromrechnung und im Werbematerial der Stromanbieter erscheinen. Im einzelnen geht es um folgende Punkte:
- Den prozentualen Anteil der einzelnen Primärenergieträger (also K. ist ein fossiler Brennstoff, der sich in Jahrmillionen aus abgestorbenen Pflanzen unter Luftabschluß und dem Druck darüberliegender Gesteinsschichten gebildet hat, und zwar in der Reihenfolge Holz, Torf, Braun-, Steinkohle, Anthrazit.Kohle, Atomkraft, R. sind Energiequellen, die durch natürliche Energiespender ständig erneuert werden und somit unerschöpflich sind.regenerative Energiequellen etc.)
- Die mit den einzelnen Energieträgern verbundene Umweltbelastung (CO2-Ausstoß, Atommüll etc.)
- Stromimporte aus Nicht-EU-Ländern
- Angabe des Strommixes und der Umweltindikatoren auf der jährlichen Stromrechnung und auf dem Werbematerial der Stromanbieter.
Eine umfassende Stromkennzeichnung ist aus Sicht des vzbv überfällig. "Auf jeder Tüte Gummibärchen, auf jeder Zahnpastatube ist eine Kennzeichnung heute längst gesetzliche Pflicht - es ist nicht nachvollziehbar, dass die Verbraucher gleichzeitig nicht erfahren können, ob ihr Stromversorger schmutzigen Import- oder Atomstrom verkauft", so vzbv-Vorstand Edda Müller.
Trotz der Liberalisierung des Strommarktes seit 1998 ist der Wettbewerb für Privatverbraucher bisher kaum in Gang gekommen. Bisher haben nicht einmal 4 Prozent der privaten Haushalte ihren Stromversorger gewechselt. Der vzbv erwartet von einer transparenten Stromkennzeichnung einen deutlichen Wettbewerbsschub. Gerade die Herkunft des Stroms und die Erzeugungsart sind für die Verbraucher neben dem Preis und den Vertragskonditionen elementare Entscheidungskriterien bei der Wahl des Stromanbieters. "Bisher sind für die Verbraucher die deutlichen Qualitätsunterschiede der einzelnen Anbieter nur schwer nachvollziehbar gewesen," so Edda Müller. "Dies wird sich mit einer
Eine Kennzeichnung erleichtert dem Verbraucher das Erkennen bestimmter Materialien und kann so den Kauf umweltfreundlicherer Produkte fördern. Kennzeichnungspflicht ändern.
Im März hatte das Europaparlament beschlossen, im Rahmen der Novellierung der Stromrichtlinie eine Kennzeichnungspflicht für
Physikalisch: Bewegte elektrische Ladungen (Elektrizität) werden als elektrischer S. bezeichnet.Strom einzuführen. Nachdem die Kommission in der Zwischenzeit eine deutlich abgespeckte Version dieser Kennzeichnungspflicht vorgeschlagen hat, droht das Vorhaben zu scheitern. Die Stromversorger in Deutschland verschweigen den Verbrauchern, wie und wo der angebotene Strom produziert wurde. Diverse Tarifsysteme und unterschiedliche Informationen machen es den Verbrauchern fast unmöglich, Stromangebote zu vergleichen und einen umweltfreundlichen Anbieter zu wählen.
Wiederholt hatten der vzbv und Umweltverbände in der Vergangenheit die Stromversorger aufgefordert, für die Kaufentscheidung wesentliche Informationen in übersichtlicher und verständlicher Form auf den Stromrechnungen, in der Werbung und im Internet zur Verfügung zu stellen.
Autor: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
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Stand: 5. Juli 2002
Erstellt: 5. Juli 2002
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