Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 3258

WWF warnt: Seehunde sind hoher Schadstoffbelastung in Nord- und Ostsee ausgeliefert





{b1l}Frankfurt, 22.06.2002: Das aktuelle und nachweislich durch den Seehundstaupevirus PDV (Phocine Distemper Virus) ausgelöste Seehundsterben in Dänemark und Schweden ist nach Meinung des WWF mit großer Wahrscheinlichkeit auf die hohe Belastung der Tiere mit Schadstoffen zurückzuführen. Bislang wurden etwa 300 tote Tiere gefunden.

Behörden, Umweltschutzorganisationen und Wissenschaftler befürchten, dass die Seuche bis Ende Juni auf die deutschen Küsten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein übergreifen wird, und warnen vor ähnlich verheerenden Ausmaßen wie bei der Massenerkrankung von Seehunden im Jahre 1988. Zwar ist ein direkter Zusammenhang zwischen der Schadstoffbelastung der Tiere und dem nun zu beobachtenden Seehundsterben nicht endgültig nachweisbar, für Patricia Cameron, Expertin für Meeresumweltschutz und Chemikalienpolitik beim WWF, liegen die Ursachen für die derzeitige Situation jedoch klar auf der Hand: „Seehunde haben einen hohen Körperfettgehalt

und stehen am Ende der Nahrungskette. Beides führt dazu, dass sich organische Schadstoffe wie PCBs, TBT oder bromierte Flammschutzmittel zu gefährlich hohen Konzentrationen in ihren Körpern anreichern.“ Die genannten Substanzen können laut Cameron in das Hormonsystem der Tiere eingreifen und Störungen der Immunabwehr hervorrufen. Die Folge: Das Immunsystem der pelzigen Meeressäuger werde so stark geschwächt, dass sie immer anfälliger für Krankheiten wie die nun grassierende Seehundstaupe werden.
Autor: WWF Deutschland
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Stand: 22. Juni 2002
Erstellt: 22. Juni 2002

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