Umweltjournal.de
|
Umwelt und Natur
|

Artikel Nr.: 3258
WWF warnt: Seehunde sind hoher Schadstoffbelastung in Nord- und Ostsee ausgeliefert
{b1l}
Frankfurt, 22.06.2002: Das aktuelle und nachweislich durch den Seehundstaupevirus PDV (Phocine Distemper Virus) ausgelöste Seehundsterben in Dänemark und Schweden ist nach Meinung des Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt. Der WWF Deutschland wurde 1963 gegründetWWF mit großer Wahrscheinlichkeit auf die hohe Belastung der Tiere mit Schadstoffen zurückzuführen. Bislang wurden etwa 300 tote Tiere gefunden.Behörden, Umweltschutzorganisationen und Wissenschaftler befürchten, dass die Seuche bis Ende Juni auf die deutschen Küsten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein übergreifen wird, und warnen vor ähnlich verheerenden Ausmaßen wie bei der Massenerkrankung von Seehunden im Jahre 1988. Zwar ist ein direkter Zusammenhang zwischen der Schadstoffbelastung der Tiere und dem nun zu beobachtenden Seehundsterben nicht endgültig nachweisbar, für Patricia Cameron, Expertin für Meeresumweltschutz und Chemikalienpolitik beim
Der World Wide Fund For Nature (WWF) ist eine der größten unabhängigen Naturschutzorganisationen der Welt. Der WWF Deutschland wurde 1963 gegründetWWF, liegen die Ursachen für die derzeitige Situation jedoch klar auf der Hand: Seehunde haben einen hohen Körperfettgehalt
und stehen am Ende der
Beziehung zwischen Lebewesen nach dem Prinzip Fressen und Gefressenwerden (Räuber-Beute oder Parasit-Wirt).Nahrungskette. Beides führt dazu, dass sich organische
Stoffe, die durch ihre chemische oder physikalische Wirkung in der Lage sind, Mensch und Umwelt zu schädigen.Schadstoffe wie PCBs, TBT oder bromierte
Sammelbezeichnung für anorganische und organische Verbindungen, die Holz, Kunststoffe und Textilien flammfest machen, d.h. die Entzündung behindern bzw. die Verbrennung erschweren. Flammschutzmittel zu gefährlich hohen Konzentrationen in ihren Körpern anreichern. Die genannten Substanzen können laut Cameron in das Hormonsystem der Tiere eingreifen und Störungen der Immunabwehr hervorrufen. Die Folge: Das
Das I. ist ein Schutzsystem des Organismus zur Abwehr von Krankheitserregern, körperfremden Zellen oder Strukturen. Immunsystem der pelzigen Meeressäuger werde so stark geschwächt, dass sie immer anfälliger für Krankheiten wie die nun grassierende Seehundstaupe werden.
Autor: WWF Deutschland
1043 Aufrufe
Stand: 22. Juni 2002
Erstellt: 22. Juni 2002
Weiterführende Informationen:
Die letzten 5 Meldungen zum Thema "Schadstoffe":