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Artikel Nr.: 3219
Urlaubserinnerungen auf Kosten des Artenschutzes?
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München, 11.06.2002: Zu Beginn der Hauptreisezeit warnt PRO WILDLIFE vor dem unüberlegten Kauf von Reiseandenken. "Viele Menschen vergessen beim Bummel durch Souvenir-Geschäfte, dass für Korallenketten, Elfenbeinschmuck, Schneckengehäuse oder Geldbörsen aus Reptilleder Wildtiere sterben mussten", erklärt Daniela Freyer, Sprecherin der Münchner Artenschutzorganisation.Viele der angebotenen Urlaubsmitbringsel sind aus geschützten Tieren oder Pflanzen hergestellt, was beim Heimflug für böse Überraschungen sorgen kann: Allein 2001 wurden über 14.000 Exemplare vom Zoll beschlagnahmt. Andere Arten, wie Perlboot oder Seepferdchen, sind bislang ungeschützt, aber hochbedroht.
Zu den häufigen Souvenirs aus Wildtieren und -Pflanzen gehören:- Steinkorallen: In diversen Der Farbeindruck wird durch Farbmittel (Pigmente) hervorgerufen, welchen, um sie als Mal-F. verwenden zu können, Bindemittel zugemischt sind. Farben werden Korallenstöcke und -Ketten angeboten. Doch alle Steinkorallen sind international geschützt, und die Zerstörung von Korallenriffen ist weltweit auf dem Vormarsch.
- Muscheln und Schneckengehäuse: In Geschäften angebotene, polierte und intakte Exemplare sind meist kein Strandgut, sondern extra für den Handel getötet worden. Einige Arten sind extrem selten, manche inzwischen sogar geschützt.
- Elfenbeinschnitzereien sowie Produkte aus Elefantenleder werden in vielen afrikanischen Ländern angeboten, obwohl Elefanten geschützt sind und der Handel mit Elfenbeinprodukten illegal ist.
- Perlboot (Nautilus): Das polierte Gehäuse des urtümlichen Tieres, das mit den Kraken verwandt ist, gehört zu den beliebtesten Souvenirs. Bislang werden die Bestände des ungeschützten, aber seltenen Perlbootes rücksichtslos für den Souvenirmarkt geplündert.
- Seepferdchen werden in großen Stückzahlen verkauft. Doch die Bestände der über 30 Seepferdchen-Arten sind stark rückläufig, da sie für die asiatische Medizin, die Aquaristik und für Souvenirs hemmungslos überfischt werden.
- Geldbörsen, Taschen oder Schuhe aus Reptilleder werden in zahlreichen Urlaubsländern angeboten. Doch viele Schlangen-, sowie alle Waran- und Krokodilarten sind geschützt. Für Reisende ist nicht kontrol-lierbar, ob diese Artikel wirklich legal produziert wurden.
- Panzer von Meeresschildkröten werden immer noch in manchen Souvenirshops angeboten, obwohl der internationale Handel mit ihnen streng verboten ist.
- Gebisse und Zähne von Haien werden insbesondere in Küstenländern häufig als Mitbringsel verkauft. Doch durch die Überfischung ist der Zustand der meisten Hai-Bestände inzwischen dramatisch.
- Alle Orchideen und Kakteen sind international geschützt. Selbst wenn der Verkauf in hiesigen Gartencentern erlaubt ist, dürfen Urlauber diese Pflanzen nur in Ausnahmefällen mitbringen.
"Tausende Tier- und Pflanzenarten sind international geschützt, viele weitere sind hochbedroht. Naturfreunde sollten deshalb lieber auf
Urlaubserinnerungen aus
K.-Geschirr, insb. buntes und farbiges aus dem Ausland, enthält manchmal Glasuren und Farbstoffe, die Blei oder Cadmium enthalten. Keramik, Stoffen oder anderen Materialien zurückgreifen, für die keine Wildtiere und -Pflanzen sterben mussten", rät die PRO WILDLIFE Expertin.
Autor: Prowildlife
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Stand: 8. Oktober 2002
Erstellt: 11. Juni 2002
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