Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 3161

Kleine Gorillas im Visier von Tierschmugglern - WWF befürchtet Wiederaufleben der Jagd auf Gorilla-Babies





{b1l}Frankfurt, 31.05.2002: Die Wildhüter des Vulkan Nationalparks in Ruanda machten Mitte Mai eine grausige Entdeckung. Sie fanden zwei erschossene Berggorillas und ein verängstigtes Gorilla-Baby das sich eng an seine tote Mutter klammerte. Nach einer Weile stießen die Ranger auf ein weiteres verwundetes Tier, ein junges Männchen.

„Die Wilderer sind wieder da und bei der gnadenlosen Jagd auf Jungtiere, die sie auf dem illegalen Markt für Wildtiere verschachern, gehen sie über Leichen“, sagt Annette Lanjouw, Direktorin des internationalen Gorilla-Schutzprogramms, bei dem die Naturschutzorganisationen WWF, African Wildlife Foundation und Fauna und Flora International zusammenarbeiten.

Das Gorillaweibchen Impanga war elf Jahre alt und hatte ein zwei Jahre altes Baby. Auf das Jungtier hatten es die Wilddiebe offenbar abgesehen. Der kleine Menschenaffe wurde bis heute nicht gefunden und vermutlich längst über die Grenze geschmuggelt. Das zweite getötete Weibchen hatte ebenfalls Nachwuchs.

Ihr Baby, Ubuzima, haben die Wilderer aus irgend einem Grund zurückgelassen, es wurde schließlich von den Wildhütern bei seiner toten Mutter gefunden. Die Männer brachten Ubuzima zu seiner Familie zurück. Keine leichte Aufgabe, denn die Schüsse hatte die Gruppe in Panik versetzt. Der Familienverbund war in alle Richtungen geflüchtet. Erst Tage später kamen die Tiere zur Ruhe. Alle Familienmitglieder hatten sich wieder im Gebiet eingefunden. Das verwaiste Gorillababy, wurde inzwischen rührend von der Gruppe aufgenommen.
Autor: WWF Deutschland
1393 Aufrufe
Stand: 8. Oktober 2002
Erstellt: 31. Mai 2002

Weiterführende Informationen:

Die letzten 5 Meldungen zum Thema "Tierschutz":