Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 3147

Umweltstiftung Euronatur fordert schärfere staatliche Kontrollen auch bei Öko-Betrieben





Radolfzell, 28.05.2002: Die Umweltstiftung Euronatur hat sich angesichts des Nitrofen-Skandals für verstärkte Kontrollen auch der Ökolandwirte ausgesprochen. Claus-Peter Hutter, Präsident von Euronatur zur scharfen öffentlichen Kritik an den Ökolandwirten: „Die Zeit der Pioniere und reinen Idealisten im Ökolandbau ist vorbei.

Leider scheint es auch im Ökosektor schwarze Schafe unter den Landwirten zu geben, die durch scharfe Kontrollen konsequent herausgesiebt werden müssen.“

Zwar führen die Ökoanbauverbände – im Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft - schon immer eigene, flächendeckende Kontrollen ihrer Mitgliedsbetriebe durch, aber nach Angaben von Euronatur reicht dies offensichtlich nicht aus. Der Staat sollte deshalb seine bereits bestehenden Kontrollen der Öko-Produkte verschärfen. Nur so könne das Vertrauen der Verbrau­cher in den Ökolandbau wieder hergestellt werden.

„Es wäre jetzt unverantwortlich“, betonte Claus-Peter Hutter „den Nitrofen-Futtermittelskandal zu nutzen, um die Bemühungen für eine umweltgerechtere Agrar­politik in der Europäischen Union zunichte zu machen.“ Der Vorfall ändere nichts an der Notwen­digkeit einer europaweiten Neuorientierung der Agrar­politik und sei erst recht kein Alibi für die über Jahrzehnte hinweg durch Skandale geprägte Intensiv­landwirtschaft mit ihrem noch immer zu hohen Einsatz an Chemie, Futterzusatzstoffen und einer oft skanda­lösen Tierhaltung.

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Autor: Gabriel Schwaderer
1545 Aufrufe
Stand: 8. Oktober 2002
Erstellt: 28. Mai 2002
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