Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 3133

Nukleare Katastrophe in Zentralasien rückt näher





Hamburg, 25.05.2002: Heftige Regenfälle in Zentralasien drohen eine nukleare Katastrophe auszulösen, die Tschernobyl übertreffen könnte. Den Republiken Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan droht durch wochenlange und ungewöhnlich heftige Regenfälle eine atomare Verseuchung ungeheuren Ausmaßes.

Über dem fruchtbaren Fergana-Tal im Drei-Länder-Eck befindet sich eine alte Uran-Wiederaufbereitungsanlage aus der Sowjetzeit. Durch Überflutungen könnten nun tonnenweise hochgiftige Atomabfälle in den Maili Suu Fluss und ins gesamte Grundwasser des Tals gelangen.

Lediglich eine dünne Schicht Kies, Sand und Lehm bedeckt die unzulänglichen Behälter für den Atommüll, in denen über zwei Millionen Kubikmeter teils hoch radioaktiven Abfalls vermutet werden. Die Strahlung liegt 10- bis 50-fach über dem international anerkannten Standard. Bereits jetzt ist kontaminierter Boden um die Container herum in die Flüsse des Tals gespült worden. Seit Jahrhunderten gilt das Fergana-Tal als der 'Brotkorb' Zentralasiens. Mit seinen Feldern, Weiden und Obstgärten ernährt es Millionen von Menschen.

Seit längerer Zeit schon warnen Umweltschützer vor der Gefahr. Die lokalen Behörden haben vergeblich die Sanierung der Lagerstätte gefordert. Nach Schätzungen des kirgisischen Parlaments wären dafür drei Millionen Dollar nötig - weit mehr als die betroffenen Länder aufbringen können oder wollen. Auch internationale Hilfe ist kaum in Sicht. Lediglich die Weltbank und Deutschland haben sich bisher bereit erklärt zu helfen. Derweil droht dem Fergana-Tal eine nukleare Katastrophe, die nach Expertenmeinung Tschernobyl noch übertreffen könnte.
Autor: Greenpeace e.V.
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Stand: 8. Oktober 2002
Erstellt: 25. Mai 2002

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