Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 3079

Besucherbetreuung in Nationalparken ist unzureichend





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Husum, 14.05.2002: Die Betreuung von Besuchern in den 13 deutschen Nationalparken reicht nicht aus: Sowohl die finanzielle Ausstattung von Nationalparkeinrichtungen als auch die Anzahl der Betreuer ist zu gering, um die große Anzahl der Besucher umfassend zu betreuen und zu informieren.


Das führt dazu, dass bislang nur etwa 2 Millionen von den jährlich 45 Millionen Besuchern der Nationalpark-Regionen die Informationsangebote auch nutzen können. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die der WWF gestern vorgestellt hat.

Zur Zeit sind etwa 300 Menschen hauptamtlich als „Ranger“ oder in Infozentren für die Besucherbetreuung in Nationalparken tätig. Etwa 400 weitere engagieren sich ebenso intensiv ehrenamtlich oder im Rahmen des Zivildienstes, eines Praktikums oder im Freiwilligen Ökologischen Jahr. Doch der Bedarf ist ungleich höher: „Wir brauchen mindestens doppelt so viele Betreuer in unseren Nationalparken, damit alle Besucher die Chance auf angemessene Informationen über diese einzigartigen Naturschönheiten haben“, sagte Hans-Ulrich Rösner vom WWF. Nur so kann auch sichergestellt werden, dass trotz des starken Besucherandrangs die Natur nicht durch Unwissenheit Schaden nimmt.

Die Defizite liegen nicht allein in der Anzahl der Betreuer sondern betreffen auch die Art der Angebote im Nationalpark. „Langweilige Ausstellungen und Infotafeln mit endlosen Fachtexten wirken abschreckend auf Besucher und werden sie weder für die Natur, noch für deren Schutz begeistern“, sagte Hans-Ulrich Rösner. Die Besucherinformation muss nach WWF-Ansicht insgesamt service-orientierter werden und sich die Zufriedenheit der Besucher zum Ziel setzen. Nationalparke müssen zu einem doppelten Markenzeichen werden: Für glaubwürdig geschützte Natur, aber auch für eine „Naturschule der Nation“, in der das Lernen Spaß macht.

Es gibt jedoch auch positive Beispiele für gelungene Informationseinrichtungen in unseren Nationalparken, so die WWF-Studie. Zu ihnen gehört das Besucher-Informations-System (BIS) im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Es bringt den Besuchern auf Inseln, Halligen und an der Festlandküste die Natur vor Ort auf attraktive Weise nahe. Im gleichen Nationalpark gibt es mit dem Multimar Wattforum auch ein modernes Informationszentrum, das in 28 Aquarien die faszinierende Unterwasserwelt der Nordsee zeigt. Vielversprechend ist auch das im Bau befindliche Nationalparkhaus Jasmund auf Rügen, das ein breites Publikum mit einer faszinierenden Ausstellung ansprechen und positive Gefühle zum Thema Natur und Wildnis wecken will.
Autor: WWF Deutschland
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Stand: 9. Oktober 2002
Erstellt: 14. Mai 2002
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