Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 3023

Elefanten als Handelsware





München, 28.04.02 Die grauen Riesen werden weiterhin verfolgt - als Elfenbeinlieferanten oder als Kassenschlager Elefanten als Handelsware für Zoos.

Seit 1989 unterstehen Afrikanische Elefanten einem weltweiten Handelsverbot durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA). Seitdem konnten sich die von Wilderern dezimierten Bestände in manchen Ländern wieder erholen. Verglichen mit den geschätzten 1,2 Millionen Tieren, die vor nur 20 Jahren in Afrika lebten, sind die Bestände heute auf weniger als die Hälfte, vielleicht nur ein Viertel reduziert.

Trotzdem ist das Handelsverbot für Elefanten und ihr wertvolles Elfenbein einigen Ländern ein Dorn im Auge. 1997 erzielten Simbabwe, Botswana und Namibia die Lockerung der Schutzbestimmungen für ihre nationalen Elefantenbestände. 1999 fand ein einmaliger Verkauf von 50 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen nach Japan statt. Im Jahr 2000 wurde auch der Schutz für die Elefanten der Republik Südafrika gelockert. Das bedeutet, dass heute vier Länder internationalen Handel mit Elefantenfleisch, -häuten und lebenden Tieren betreiben dürfen. Elfenbein ist - noch - von diesem Handel ausgeschlossen. Doch auf der nächsten WA-Konferenz im Jahr 2002 wird das Geschäft mit dem "weißen Gold" wieder zur Debatte stehen.

Pro Wildlife tritt konsequent gegen den Elfenbeinhandel ein - denn die Erfahrungen der letzten Jahre haben erneut gezeigt, dass ein geregelter Handel nicht möglich ist. Bis heute ist die Wilderei von Elefanten in Afrika und Asien außer Kontrolle - und die teilweise Lockerung des Elefantenschutzes hat zusätzlich ein fatales Signal gesetzt.

Die Lockerung des Schutzstatus für bestimmte Elefantenbestände rief auch deutsche Zoos auf den Plan: Die Tierparks von Dresden und Erfurt nutzten die Gelegenheit, um sich wildgefangene Jungelefanten aus Afrika als Kassenschlager zu besorgen. Wegen der Misshandlung der Tiere bei Fang und Abrichtung und Ungereimtheiten bei der Ausstellung der Einfuhrdokumente war der Import der Elefanten rechtlich mehr als zweifelhaft.
Autor: Prowildlife
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Stand: 9. Oktober 2002
Erstellt: 28. April 2002
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