Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 1171

Urwald: Umweltcamp gegen Pipelinebau in Ecador geräumt





Hamburg/Mindo, 28.03.2002 - Das von Umweltschützern und Anwohnern im ecuadorianischen Bergregenwald von Mindo errichtete Umweltcamp wurde am Montag von der Nationalpolizei gewaltsam geräumt. Drei Ecuadorianer und 14 ausländischen Umweltschützer - darunter drei Touristinnen - wurden ohne Haft- oder Räumungsbefehl festgenommen.

Die Ausländer sollen "wegen Missbrauchs der (Ein-) Reisebedingungen" des Landes verwiesen werden.

Seit Anfang Januar protestierten in dem Camp einheimische Umweltschützer friedlich gegen den Bau einer Ölpipeline und die Zerstörung der Bergnebelwälder im Mindo-Nambillo-Waldschutzgebiet. Zahlreiche Menschen aus anderen Ländern unterstützten sie dabei. Die geplante 500 Kilometer lange Pipeline für schweres Rohöl wird von dem OCP-Konsortium gebaut, das sich aus sechs multinationalen Ölfirmen zusammensetzt. Die Finanzierung eines Kredits über 1,1 Milliarden Euro wird von der WestLB aus Düsseldorf abgewickelt.

Der friedliche Protest fand von Anfang an auf privatem Gelände und mit Genehmigung des Eigentümers statt. Der ecuadorianische Staat erklärte zwar, dass das Land 'von nationalem Interesse' sei, hat es bisher aber weder gekauft noch enteignet. "Es ist nicht nachvollziehbar, auf welcher rechtlichen Grundlage diese Verhaftungen basieren", sagt Michaela Braun, Greenpeace Waldexpertin, die im Februar selbst das Camp besucht hatte.

"Das Umweltministerium hat OCP kürzlich aufgrund schwerwiegender Umweltschäden die Umweltlizenz für das Gebiet Guarumos entzogen", sagt Braun. Die Pipeline und die Ölförderung bedrohten die Bewohner dieser Regionen, die letzten Urwälder und das Klima. "Wir fordern die Politiker in Deutschland auf, sich für die Freilassung der Verhafteten und den Stopp des OCP-Projektes in Ecuador einzusetzen", so Braun weiter. "Der Millarden-Kredit der Westdeutschen Landesbank für die Pipeline muss endlich eingefroren werden."

Der Bau der neuen OCP-Pipeline bedroht die letzten Urwälder Ecuadors. Die Bergnebelwälder der Mindo-Region sind bereits zu 90 Prozent zerstört. Seltene und bedrohte Tiere wie der Brillenbär, der Bergtapir sowie über 400 Kolibri-Arten sind auf diese Urwälder als Lebensraum angewiesen. Die Menschen in Mindo, die größtenteils vom Ökotourismus leben, sind ebenfalls in ihrer Existenz bedroht, sollten diese Urwälder der Ölindustrie zum Opfer fallen. Deswegen blockierten rund 60 von ihnen am Montagabend die Landstraße Quito - Los Bancos aus Protest gegen die Räumung des Umweltcamps in Los Guarumos und die Verhaftung der Umweltschützer.
Autor: Greenpeace e.V.
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Stand: 9. Oktober 2002
Erstellt: 28. März 2002

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