Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 1100

"Der Rothirsch - Ein Fall für die Rote Liste "





Bonn, 12.03.2002: Vom 30. Mai bis 1. Juni 2002 veranstaltet die Deutsche Wildtier Stiftung in Kooperation mit der T.U. Dresden ein Rotwild-Symposium im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) in Bonn mit dem Titel: "Der Rothirsch- ein Fall für die Rote Liste? - Neue Wege für das Rotwildmanagement".

Nur wenige unserer mitteleuropäischen Wildtierarten bewegen und polarisieren die Fachwelt so sehr wie diese große, in Europa freilebende Wildtierart. Einerseits sind gebietsweise hohe Populationsdichten zu verzeichnen, welche die Umsetzung zeitgemäßer Waldbaukonzepte verhindern. Anderseits sind Kriterien für die Aufnahme des Rothirsches in die Roten Listen zweifellos erfüllt. Letzteres ergibt sich insbesondere aus der Verdrängung dieser ehemals flächendeckend vorkommenden Art aus seinen angestammten Lebensräumen in 125 sogenannte Rotwildgebiete.

So sind dem Rothirsch heute nur noch ca. 20 Prozent seines ursprünglichen Lebensraumes geblieben. Verstärkt wird diese Verinselung noch durch die fortschreitende Zerschneidung ursprünglich geschlossener Lebensräume. Die Erarbeitung neuer, konsensfähiger Management-Konzepte ist daher dringend erforderlich.

In der breiten Öffentlichkeit wird der Rothirsch als einheimisches Wildtier kaum erlebt, da aufgrund des Wandels seiner Lebensräume nur noch selten Berührungspunkte mit dem Menschen gegeben sind. Zudem war die Diskussion in der Fachöffentlichkeit lange durch die mangelhafte und emotionale Kommunikation zwischen verschiedenen Interessengruppen geprägt.

Der Focus des Rotwild-Symposiums liegt daher auf folgenden Punkten:

  • Etablierung eines gemeinsamen Forums der verschiedenen Interessengruppen, der Politik und der Wissenschaft zur Erarbeitung einer bundesweit koordinierten "Rotwildpolitik" und praktischer Handlungsempfehlungen.
  • Intensivierung und Versachlichung der oftmals mangelhaften und sehr emotionalen Diskussion um das Thema "Rotwild" unter Einbeziehung einer breiten Öffentlichkeit.
  • Intensive Vernetzung der verschiedenen Forschergruppen und Erarbeitung integrierender, großräumiger Verbundprojekte.

Angesprochen sind Experten aus Behörden (Forst-, Naturschutz-, Agrarverwaltung etc.) und Unternehmen (Forstbetriebe, Planungsbüros), Jäger, Förster, Landwirte und Naturschützer, Vertreter von NGO`s, Umweltpolitiker und Wissenschaftler. Auch alle weiteren Interessierten sind herzlich eingeladen.
Start 31. Mai: wissenschaftliches Symposium mit Vorträgen und einer begleitenden Postersession, d.h. Präsentation wissenschaftlicher Ergebnisse im Bereich der Rotwildforschung. Abendempfang der Deutschen Wildtier Stiftung für Gäste des ersten und zweiten Symposiums-Tages im Senatssaal der Universität Bonn.
Autor: Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Bonn
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Stand: 12. März 2002
Erstellt: 11. März 2002
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