Umweltjournal.de | Umwelt und Natur  | Artikel Nr.: 1012

WestLB: NRW-Staatssekretär reist nach Ecuador





{b1l}Düsseldorf/Hamburg, 19.02.2002: Die Mitarbeiter des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums staunten nicht schlecht, als Greenpeace-Aktivisten am Montag symbolisch eine Ölleitung vor ihrem Amtssitz verlegten. Greenpeace protestierte damit gegen die Finanzierung einer Erdöl-Pipeline in Ecuador durch die Westdeutsche Landesbank (WestLB).

Die ungewöhnliche Baumaßnahme kündigte sich am Morgen mit lautem Presslufthämmern an. Auf einem Transparent stand: "Urwaldzerstörung, genehmigt von Finanzminister Steinbrück - Stopp WestLB Kredit". Ziel der Umweltschützer war es, Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) die Bedrohung des ecuadorianischen Urwaldes durch den Bau der von der Westdeutschen Landesbank (WestLB) finanzierten Öl-Pipeline vor Augen zu führen. Das Land Nordrhein-Westfalen ist der größte Anteilseigner der WestLB, Finanzminister Steinbrück sitzt im Verwaltungsrat der Bank.

"Steinbrück kann und muss als Finanzminister und als Verwaltungsratsmitglied der WestLB den für den Urwald zerstörerischen Milliardenkredit stoppen", fordert Martin Kaiser, Greenpeace-Urwaldexperte. Bisher hatte sich das Finanzministerium in NRW in dieser Frage aber stur gestellt.

{b2r}Konfrontiert mit der Pipeline auf dem eigenen Bürgersteig erklärte sich jedoch der Finanzstaatssekretär des Landes, Dr. Harald Noack, zu einer Reise nach Ecuador bereit. Dort will er sich vor Ort über den Bau der Pipeline informieren. "Ich werde mir in Ecuador von dem Projekt persönlich ein Bild machen und darüber den Gremien, denen ich verantwortlich bin, berichten", so Noack.

Greenpeace wird den Staatssekretär begleiten und auch den Kontakt zu einheimischen Nichtregierungsorganisationen in Ecuador herstellen. Möglicherweise werden sich noch weitere Vertreter der Landesregierung aus dem Umwelt- und dem Wirtschaftsressort der Reise anschließen. Bereits mehrfach war es in der rot-grünen Koalition des Landes zu Meinungsverschiedenheiten über das Projekt gekommen. Die SPD hält bislang daran fest, während die Grünen es ablehnen.

Weitere Informationen finden Sie auf den Urwaldseiten von Greenpeace.
Autor: Greenpeace e.V.
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Stand: 11. März 2002
Erstellt: 18. Februar 2002
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